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Impulse2018-12-05T14:32:59+00:00

Text zur Predigt am 17./18.11.2018

Kerzenlicht und Sonnenschein

 „Der Mensch dürstet nach Gemeinschaft.  Deshalb sucht er die Freundschaft, bisweilen jede beliebige Freundschaft. … Das Herz des Menschen ist gemacht, um zu lieben.

Man findet Freunde, bindet sich an Gefährten, … Doch häufig klammert man sich an sie, sucht bei ihnen Halt und stützt sich auf sie ab. Irgendwann kommt dann für fast alle die Stunde der Trennung. Gott liebt uns mit einer fürsorglichen Liebe, die keine Illusionen weckt. Er bewahrt uns nicht davor, eine Leere zu erfahren, die den getrübten Augen der Menschen grausam erscheint. So etwa, wenn der Tod einen der besten Freund oder einen nahen Verwandten nimmt. Doch wenn uns ein solcher Schlag trifft, gehen wir in uns; zumindest für einen Moment richten wir uns innerlich neu aus: Wir geben Gott wieder den Platz, der ihm gebührt. Nichtiges räumen wir beiseite, Zerstreuungen kommen uns erst gar nicht in den Sinn, und wir finden aufs Neue das rechte Gleichgewicht. Wie ein Strudel hat der Schmerz die Seele in die Wahrheit hineingezogen. 

Diese Wahrheit ist erschütternd, doch zugleich ist sie schön und unwiderstehlich, erhaben und tröstlich für den, der es wagt, ihr ins Antlitz zu schauen.  Alles vergeht. Alles ist Eitelkeit. In diesem Leben begreift man recht bald und sehr wohl, dass diese Welt mit ihrer Gestalt vergeht.  …

Nur wer sich über all dies hinweg an dich wendet, Herr, und deinen Worten entsprechend hinter dem Kreuz dich sucht, wird nicht enttäuscht.  … Wer dich ein wenig kennt, weiß, wie leer der Ruhm der Welt ist und das, wofür sie schwärmt; als leer empfindet er ein Haus, in dem noch so viele Menschen sind, du aber fehlst. Denn wer das Vorzimmer des Kreuzes durchschnitten hat, kennt deine leise Gegenwart; zum Greifen nah bist du seiner Seele, und dein Dasein erfüllt sie mit einem besonderen Klang. Auch wenn er sich mit seinem ganzen Sein in rastlosem Tun verzehrt, verlangt er danach, in dir bleiben zu können. Denn in dir findet er Ruhe, in dir ist seine Seele gleichsam in ihrem Element. Er hat erfahren, dass du ihm Leben gibst, du bist das Leben seines Lebens, Grund und Ursprung all seines Lebens: des physischen, geistlichen und göttlichen. Dann schwindet jeder andere Wunsch nach Gemeinschaft. Denn eingesenkt in die abgrundtiefe Liebe, die Gott uns bereitet hat, verliert sich auch die tiefste Sehnsucht nach Freundschaft wie der Schein einer Kerze im Sonnenlicht.“

 Chiara Lubich

Morgenandachten bei NDR 1 mit Pfarrer Baumgart

Hier geht es zu den Podcast zum Nachhören!

Gottesdienst-Übertragung Deutschlandfunk zum 6. Sonntag Osterzeit (B)

Hier können Sie den Gottesdienst nachhören! Und hier geht es zum Text der Predigt.

Predigt von Pfarrer Baumgart in der Osternacht 2018

Hier können Sie die Predigt vom 31.03.2018 nachhören bzw. herunterladen.

Es ging um das Evangelium nach Markus, Kap 16,1-9

Predigt zur Beerdigung von Pastor Rainer Lührmann am 14.03.2018

Hier können Sie die Predigt aus Anlass des Requiems in St. Josef-Hollage nachhören bzw. herunterladen

Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther (2 Kor 4,1-2.5-11)

1 Daher erlahmt unser Eifer nicht in dem Dienst,
der uns durch Gottes Erbarmen übertragen wurde.
2 Wir haben uns von aller schimpflichen Arglist losgesagt;
wir verhalten uns nicht hinterhältig und verfälschen das Wort Gottes nicht,
sondern machen die Wahrheit offenbar. …
5 Wir verkünden nämlich nicht uns selbst,
sondern Jesus Christus als den Herrn,
uns aber als eure Knechte um Jesu willen.
6 Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!,
er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet,
damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzes
auf dem Antlitz Christi.
7 Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
8 Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht;
9 wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet.
10 Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
11 Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.

(Requiem in St. Josef -Wallenhorst-Hollage)

Pfarrer Christoph Baumgart zum Silbernen Priesterjubiläum 28.5.2017

Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen, so wird deutlich,
dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.

(2 Kor 4,7)

Dieses Wort des Apostels Paulus haben mir Freunde mitgegeben als Primizwort. Mit Paulus hatte ich mich in der Diplomarbeit intensiv befasst. Diese Zeilen sind mir immer wichtiger geworden:
Die Kirche, die Gemeinde, die Menschen und auch ich selber, alles ist nur ein zerbrechliches Gefäß für einen großen Schatz. Wörtlich ist da auch von „irdenen“, d.h. von aus Erde gebrannten Gefäßen die Rede. Zerbrechlich ist vieles in der Kirche, so viele Veränderungen und Abbrüche.
Aber: Da ist dieser Schatz in zerbrechlichen Gefäßen.
Im Laufe der Zeit ist mir Jesus Christus als Mensch sehr nah gekommen, denn auch er war zerbrechlich, bis zum Kreuz hin.
Aber in ihm finden Menschen bis heute diesen Schatz, die Präsenz Gottes mitten in der Welt. Im Blick auf ihn und seine sehr reale Geschichte von Scheitern und Zerbrechen finde ich immer wieder den Ansporn, dem Schatz treu zu bleiben.
Und ich finde den Schatz auch in meinem Umfeld, in den zerbrechlichen Menschen und ihrem Leben. So versuche ich, Schatzsucher zu sein und Gott zu entdecken, der schon längst vor mir da ist. Mit diesen Gedanken schau ich auch immer noch gerne auf mein Primizbild.

(Pfingsten, Osnabrück – Meister, Köln)

Pfingsten

Pastor Ulrich Pliesch zum Silbernen Priesterjubiläum 28.5.2017

Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.
(Joh 19, 37)

Das ist mein Primizspruch.Vielleicht ein bisschen ungewöhnlich.
Als es vor der Priesterweihe darum ging, einen Primizspruch auszuwählen, wusste ich sofort, dass es der Spruch dort oben ist.
Ich habe so oft vor meinem Kreuz in meinem Zimmer oder Wohnung gesessen und es eigentlich einfach nur angeschaut – in meiner Jugend, meiner Studentenzeit in Frankfurt und in den jetzt schon vielen Jahren, als ich dann Priester war.
Alles war da: die Kirche, die ich im Herzen trug, alle, um die ich Sorge hatte, alle, die ich liebte, und meine eigene, manchmal große, Not.
Ich wurde immer getröstet.

Kreuz