Im Lockdown war ich auch noch 2 Monate an Gehhilfen gebunden … und habe die Zeit genutzt, mich zu erinnern und ein kleines Büchlein zu schreiben. Es sind Begegnungen in unseren Gemeinden und auf meinem Lebensweg.
Für 5 Euro in unseren beiden Pfarrbüros.
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Hier eine Kostprobe:

14. Pastor Nölker und die Glocken
Der alte Pastor Konrad Nölker war mein Vorvorgänger. Ein ech- tes Original. Über 60 Jahre war er Priester, davon mehr als 40 in St. Elisabeth. Kurz vor seinem Jubiläum, der Priesterweihe vor 60 Jahren, fragte er mich, ob ich ein paar Worte sagen könnte. Sicher doch. Am Vorabend rief er an, er wolle das doch selbst tun. Da ich ihn kannte, fing ich an, mir Gedanken zu machen, wie lange wohl diese Predigt dauern würde und wie wir sie abkürzen könn- ten. Als er anfing, über seine Zeit in Lübeck zu sprechen, hab‘ ich auf die Uhr geguckt. Nach 14 Minuten war er immer noch in Lü- beck, und es wären noch 40 Jahre Priesterdasein zu bedenken ge- wesen. Da bin ich beherzt zum Ambo gegangen und hab ihn vor allen Leuten gefragt, wie es denn damals zu den fünf Bronzeglo- cken kam. „Jaaaa, das war nach einer Melodie von Debussy.“ Die Gemeinde klatschte dankbar, und die Messe ging gut weiter. Bei der Gabenbereitung kamen die beiden Messdiener zu ihm mit Wasser und Wein. „Das passt gut“, meinte er und trank beides in einem Zug aus. Die Messdiener habe ich in die Sakristei ge- schickt, zum Nachfüllen. Bis zum Ende der Messe war mein Hemd durchgeschwitzt.
Nach dem Gottesdienst haben einige Leute zu mir gesagt: „Das war schön, dass Sie ihm das noch mal ermöglicht haben.“